Emotion

Wir lachen, weinen, empfinden Ärger, Freude, Liebe, Wut, manchmal auch Eifersucht oder sogar Hass. Der Begriff 'Emotion' ist uns im Alltag vertraut, klar und steht uns in der eigenen Empfindung im wahrsten Sinne des Wortes so Nahe, dass er kaum weiterer Erklärung zu bedürfen scheint. Und doch zeigt sich auch hier, dass die Klarheit zwischen den Fingern zerrinnt, sobald der Versuch einer wissenschaftlichen Präzisierung angestrebt wird.

Emotionen lassen sich mit Lipps (1907) als "Färbungen" von Tätigkeitserlebnissen auffassen. Dies betrifft den ersten wichtigen Aspekt von Emotionen: Die Erlebnisqualität. Emotionen betreffen aber nicht nur unser Innenleben. Wir drücken Emotionen auch aus, man denke alleine an die Mimik. Die Verhaltensebene ist der zweite Aspekt. Der dritte Aspekt betrifft periphere physiologische Veränderungen. Emotionen können sich an einem veränderten Puls zeigen, an der Errötung der Haut oder am Schwitzen. Das fundamentale Problem ist: Die drei Aspekte stehen nicht in Einklang miteinander. Weder muss sich dass, was als Emotion bezeichnet wird, auf allen drei Ebenen zeigen, noch müssen immer die selben Zeichen gemeinsam auftreten. Entgegen vielen populärwissenschaftlichen Ausführungen lassen sich bestimmten Verhaltensweisen Emotionen nicht eindeutig zuordnen.

Genau aus diesem Grund gab und gibt es lange Debatten um das Zusammenspiel dieser Ebenen. Eine hiervon betrifft die Erlebnisqualität. Gehen physiologische Veränderungen dem Erleben voraus oder bedingt das Erleben physiologische Veränderungen? Gegensätzliche Positionen hierzu stammen von James-Lange, Cannon-Bard und Schachter Singer.

Eine zweite Problematik betrifft die Bedeutung des Gesichtsausdruck. Gibt es wirklich anatomisch-physiologisch fest stehende Verbindungen zwischen bestimmten Erlebnisqualitäten und Ausdrucksformen. Aufbauend auf Darwins arbeiten nimmt Ekman eine interkulturell konstante Zahl von Basisemotionen an. 

Zu den bisher angesprochenen Positionen finden Sie Beiträge in dem erstgenannten Skript. Auch Originalbeiträge sind hierzu verfügbar. Wenn Sie selbst an Versuchen teilnehmen wollen, die emotionspsychologisch relevant sind, können Sie die in der letzten Sparte genannten Links nutzen.

Ein weiterer interessanter Aspekt in Zusammenhang mit der Emotionspsychologie sind Entwicklungen in der Informatik. Inzwischen besteht ein eigenes interdisziplinäres Fachgebiet, "Affective Computing" genannt. Ziel ist es, Maschinen so zu programmieren, dass eine lebensnähere Kommunikation mit Menschen möglich wird. Das betrifft zum einen die Simulation von emotional gefärbten Reaktionen an Maschinen, zum anderen die Erkennung von Emotionen bei Menschen. Weitere Informationen zum Thema Emotion und Computer können Sie über die dritte Sparte erreichen.


Inhalte

Emotion Einführung

Darstellung aus dem Skript von Prof. Dr. R. Krause

Allgemeine Einführung zur Emotionspsychologie


Inhalt

Skript zur Emotionspsychologie mit kurzen Beiträgen zu wichtigen Theorien.

Autoren/ Quelle

Lehrstuhl Klinische Psychologie, Prof. Dr. Rainer Krause, Universität des Saarlandes

Anmerkungen/ weitere Seiten

Arbeiten aus einem Oberseminar von Prof. Dr. Hermann Rüppell zur Aggressionsforschung an der Universität zu Köln.

Mehrere Web-Projekte zur Emotionspsychologie finden Sie auf den Seiten der Klinischen Psychologie an der Universität des Saarlandes.

Historische Originalbeiträge


Little Albert, Abbildung entnommen von York University in Toronto, Canada

What is an Emotion? W. James 1884
The mechanism of the emotions C. G. Lange 1885/ 1919
Conditioned Emotional Reactions Watson & Rayner 1920


Inhalt

Während der dritte Beitrag eine der historisch bekanntesten Anwendungen des klassischen Behaviorismus auf die Genese von Emotionen darstellt, sind die Ansätze von James und Lange wichtige historische Grundlagen für die späteren Arbeiten von Schachter und Singer. 

Autoren/ Quelle

Christopher D. Green, York University in Toronto, Canada

Anmerkungen/ weitere Seiten

Weitere Ausführungen zu Little Albert schrieb Ben Harris, Vassar College. Ein kurzer Ausschnitt aus "Walden Two", einer Sozialutopie von B. Skinner im Geiste des operanten Konditionierens, findet sich bei Dr. C.G. Boeree.

Emotion und Computer


Ein experimenteller "affektiver" Tiger am MIT

Emotionale Computer


Inhalt

Ein interessanter Beitrag zu Emotionstheorien und Computermodellen von Emotionen

Autoren/ Quelle

Gerd Ruebenstrunk

Anmerkungen/ weitere Seiten

Ein sehr spannender Ausgangspunkt für weitere Recherchen zum Thema Computer und Emotionen ist die Site der Affective Computing Research Group am MIT in Massachusetts, USA. Dort finden Sie eine Vielzahl von Originalbeiträgen.

Experimente und Versuche zur Emotionspsychologie im Web

Psychologisches Labor im WWW der Uni Bielefeld

psylab


Inhalt

Online-"Labor" mit Versuchen zur Emotionspsychologie.

Quelle

Universität Bielefeld

Anmerkungen/ weitere Seiten

Einen weiteren Versuch finden Sie an der Universität Saarland.